INGEDEMünchen: Erneut ist bei einem Mitglied der Ingede ein erheblicher Schaden durch fehlgeleitete Indigo-Makulatur im Rohstoff aufgetreten. Seit 20 Jahren ist das Problem bekannt, HP spielt es gegenüber seinen Kunden nach wie vor herunter.

Eine umfangreiche Laborstudie hat indes ergeben: Wenn man Indigo-Drucke, wie von HP vielfach als praxisnäher gefordert, mit Hilfe einer aufwändigen 2-Loop-Simulation untersucht, fallen die Ergebnisse im Vergleich mit den Anforderungen noch schlechter aus. Aktuell gibt es keinen praktikablen Verwertungsweg für Indigo-Makulatur, auch in Verpackungen ist diese eher unerwünscht. Mehr dazu in unseren Nachrichten! Neugierig geworden? 
Bitte weiterlesen auf der Seite der INGEDE »» Link

INGEDE e.V. trägt als gemeinnütziger Verein dazu bei die Recyclingfähigkeit grafischer Druckprodukte zu erhalten und zu verbessern. Zur INGEDE gehören insgesamt 26 Papierfabriken, die eine Deinkinganlage betreiben; in Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Serbien, Schweden und der Schweiz. »» Link

Quelle: INGEDE

Kommentar:
Lieferanten im grafischen Gewerbe versuchen immer wieder "ihre" Mittel, Stoffe usw. als "umweltfreundlich" zu verkaufen. Dass ein Druckergebnis besonders brillant ist, farbenfroh usw. bedeutet nicht einen Anspruch zu haben, umweltfreundlich zu sein! Das ist auch ein Grund, warum Produkte die mit UV-trocknenden Farben hergestellt werden nicht als umweltfreundlich eingestuft werden können. Und das ist auch gut so. Beispiel: LED-/UV-trocknende Farben: Diese sind manchmal deinkbar . Bevor der Druckprozess beginnt und die Farbe ausgehärtet ist, muss die Farbe als sehr gefährlich eingestuft werden. Es sind auch besondere Schutzmaßnahmen für die Arbeiter an der Maschine vorgesehen! Fehldrucke, die nicht ausgehärtet sind, müssen vom "normalen" Papierabfall gesondert entsorgt werden!

Ähnlich ist es auch mit Druckprodukten aus HP-Indigo Druckmaschinen: Das Papier besteht nicht den Test der deinkbarkeit. Eine beharrliche, ja gebetsmühlenartige Behauptung, dass die Drucke doch deinkbar sind macht die Sache nicht besser. Ein Vorschlag an HP: Ein paar LKW-Ladungen Altpapier zu einer deinking-Anlage stellen und dieses Material in den Papierherstellungskreislauf einbinden! 
Daher wird auch die Anforderung die neuen Richtlinien an Umweltzeichen sein, dass bei Mischbetrieben eine nachweislich (!) getrennte Entsorgung der Makulaturen durchgeführt wird. 

Harald Sexl